Tennisellenbogen

Der Tennisellbogen ist eine häufig auftretende Erkrankung in der Allgemeinbevölkerung und auch bei Gamer*innen. Erfahre in diesem Artikel näheres zu Symptomen und Therapieoptionen.

Artikel von Stefan Doubek | 27.04.2020

Ursache und Entstehung

Der Tennisellenbogen ist eine häufig auftretende Erkrankung des Bewegungsapparates und verursacht Schmerzen im Bereich des Ellenbogens. Für Gamer*innen bedeutet dies, dass sie möglicherweise ihr Hobby nicht mehr schmerzfrei ausüben können.

Es wird angenommen, dass chronische Überlastung der Unterarmmuskulatur sowie der Fingerstrecksehnen zum Krankheitsgeschehen beitragen.

Die genaue Ursache konnte bis dato nicht geklärt werden. Die Erkrankung tritt aber häufig bei körperlichen Tätigkeiten und Aktivitäten mit hoher Wiederholungsrate auf, sowohl im Hobby als auch in der Arbeit. Meistens ist zudem die dominante Hand (z.B. bei Linkshändern die linke Hand) betroffen. 

Am häufigsten tritt die Erkrankung im Alter von 35-64 Jahren auf, beispielsweise bei Köchen, die besonders viel mit dem Messer hantieren, beim Stricken, bei Computerarbeit und auch beim Computerspielen.

Nach einem Jahr berichten ca. 80% der Tennisellenbogen-Patienten, dass die Symptome verschwunden sind

Meistens sind die Sehnenansätze im Bereich des Ellenbogens betroffen und verursachen u.a. Schmerzen bei der Aktivierung des Muskels. Der Händedruck ist oft nur eingeschränkt möglich und verursacht Schmerzen im betroffenen Gebiet.

Wissenschaftler*innen sprechen davon, dass sogenannte Mikrotraumata, also kleine Verletzungen im Sehnengewebe, für die Schmerzen verantwortlich sein können. In Folge des Heilungsprozesses wird neues Gewebe eingebaut, welches oft unorganisiert und damit weniger belastbar ist.

Andere Ursachen von Schmerzen im Ellenbogen können Risse oder Kalkablagerungen in der Sehne, Schleimbeutelentzündungen, degenerative Veränderungen des Bandapparates oder Druck auf Nerven sein. Aus diesen Gründen ist eine ärztliche Abklärung zu empfehlen.

Achte auf deine Haltung

Eine Studie von Sharma et al. (2015) berichtet darüber, dass Fehlhaltungen und Verspannungen in der Nackenmuskulatur zu veränderten Muskelaktivierungen in der Schulter und somit zu erhöhter Spannung der Unterarmmuskulatur führen können. Langfristig kann auch dies ein Auslöser für Symptome im Ellenbogen sein.

Therapiemöglichkeiten

Je nach Verlauf und Dauer der Beschwerden werden konservative (nicht-operative) oder operative Behandlungsoptionen in Betracht gezogen.

Nicht-operative therapeutische Ansätze beinhalten unter anderem:

  • Schonung
  • medikamentöse Therapie
  • Physiotherapie
  • Elektrostimulation
  • Ultraschalltherapie
  • Stoßwellentherapie
  • Lokale Injektionen mit Kortison (zunehmend unter kritischer Betrachtung)
  • Einschränkungen der Gelenksbeweglichkeit (z.B. Gips oder Schienen)
Da konservative Therapiemöglichkeiten meist weniger negative Nebenwirkungen aufweisen als operative Methoden, werden diese häufig zuerst angewendet

Die konservative Therapie hat zum Ziel, Schmerzreduktion und Kräftigung der Schulter-, Arm-sowie Handgelenksmuskulatur herbeizuführen. In der Physiotherapie wird exzentrisches (bremsendes) Muskeltraining empfohlen, um die betroffenen Sehnen und Muskeln zu stärken. Hierbei muss auf die richtige Dosierung der Maßnahme geachtet und Pausen eingehalten werden.

Weiters wird zunehmend geraten, auch die angrenzenden muskulären Strukturen wie Schulter und Nacken zu kräftigen, um einen optimalen Behandlungsverlauf zu gewährleisten.

Chirurgische Interventionen werden meist erst nach 6-12 Monaten Therapieresistenz empfohlen. Hier sei das sogenannte Debridement („Wundtoilette“) erwähnt, wobei einfach ausgedrückt, geschädigtes Gewebe entfernt und somit verbesserte Wundheilungsbedingungen hergestellt werden sollen.

Zusammenfassung

 

Der Körper arbeitet an deiner Genesung rund um die Uhr

 

Die gute Nachricht ist, dass unser Körper adaptionsfähig ist und dadurch die Möglichkeit zur Heilung stets in sich trägt. Das heißt, dass sich zu jedem Zeitpunkt deine Symptomatik bessern kann. Oft geschieht dies allerdings erst, wenn die äußeren Rahmenbedingungen für die Wundheilung stimmen. Dazu gehören beispielsweise eine Belastungsanpassung im Alltag, das Setzen adäquater therapeutischer Belastungsreize und Geduld.

Wenn du unter Schmerzen im Ellenbogen leidest, konsultiere deinen Hausarzt und besprich mit ihm deine Therapieoptionen. Meist führen mehrere Wege ans Ziel, und es gilt den für dich optimalen Behandlungsweg zu finden.  Auch Studien weisen darauf hin, dass ein individueller Behandlungsansatz erfolgen muss, da bisher kein einheitliches Behandlungsschema ausgemacht werden konnte.

Wissen um eine Krankheit und deren Ursachen kann sich stark auf unsere Perspektive und unser Schmerzerleben auswirken. Da ein Tennisellenbogen von Angstzuständen und Depressionen begleitet werden und dies Auswirkungen auf die Therapieerfolge haben kann, ist es wichtig, konkrete Informationen über das Krankheitsbild und den zu erwartenden Verlauf zu haben.

Ich hoffe, dass dir dieser Artikel als Wegweiser dienen kann.

Körpereigene Reparaturprozesse

Unser Körper ist anpassungsfähig und trägt daher immer die Möglichkeit zur Heilung in sich.

Links und Quellenverweise

Hier findet hier eine Auflistung der verwendeten Quellen:

 

  • Lorimer Moseley and David S. Butler. Explain Pain Supercharged. Adelaide City West:  NOI Group Publishers, 2017. ISBN:  978-0-6480227-0-1, 238 pages
  • Sharma, M., Eapen, C., Kamath, J. (2015). Effect of Adding Rotator Cuff Strengthening To Therapeutic Ultrasound and Wrist Extensor Eccentric Exercise for Lateral Epicondylalgia – A Randomized Clinical Trial. International Journal of Health Sciences and Research 5(7), 250-257. doi: 10.1589/jpts.30.590
  • Choi, Y.-D., Kim M.-J., Lee J.-H. (2017). Effects of concentric contraction of the wrists and transcutaneous electrical nerve stimulation cycle on pain and muscle strength in lateral epicondylitis patients. The Journal of Physical Therapy Science 29(12), 2081-2084. doi:10.1589/jpts.29.2081
  • Knutsen et al. (2015). Factors of associated with failure of nonoperative Treatment in Lateral Epicondylitis. Am J Sports Med. 2015 September ; 43(9): 2133-2137.
    doi: 10.1177/0363546515590220
  • Lee, J.-H., Kim T.-H., Lim K.-B. (2018). Effects of eccentric control exercise for wrist extensor and shoulder stabilization exercise on the pain and functions of tennis elbow. The Journal of Physical Therapy Science 30(4), S.590-594.doi:10.1589/jpts.30.590
Rückmeldungen und Feedback per Mail an:
stefan.doubek@gamers-health.com

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